Sonntag, 01. November 2026, 19.00 Uhr
„Wohin mit mir?“: Erwachsenwerden im Ausnahmezustand
D, 2026, R: Marvin Menné, 79 min., Doku
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Zwei jugendliche Geflüchtete suchen in Deutschland ihren Platz in einer Gesellschaft, die sie nicht mitdenkt – zwischen Asylverfahren, Identitätssuche und dem Wunsch nach Normalität. Majd und Shahfaisal leben in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Dort beginnen sie, sich selbst als Teenager mit Träumen und Ängsten zu entdecken. Doch ihre Lebensrealität ist geprägt von drohender Abschiebung, familiärem Druck und gesellschaftlicher Ablehnung. Der Film „Wohin mit mir?” begleitet die beiden durch ihren Alltag, der zwischen Hoffnung und existenzieller Unsicherheit oszilliert. „Wohin mit mir?” beleuchtet eindrucksvoll, was nach der Flucht passiert, und eröffnet einen empathischen Blick auf eine Lebensphase, die in Politik und Öffentlichkeit oft übersehen wird: das Erwachsenwerden im Ausnahmezustand.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 29. November 2026, 19.00 Uhr
Das Deutsche Volk
D, 2025, R: Marcin Wierzchowski, 132 Minuten, Doku
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Der Dokumentarfilm von Marcin Wierzchowski begleitet die Hinterbliebenen und Überlebenden des rassistischen Anschlags von Hanau vom 19. Februar 2020 über einen Zeitraum von vier Jahren. Bei dem Anschlag wurden neun junge Menschen ermordet.
Zwischen Trauer und dem Verlust geliebter Menschen kämpfen sie um Aufklärung, Gerechtigkeit und gesellschaftliche Anerkennung. Der Film zeigt ihren Umgang mit dem Erlebten und ihren beharrlichen Einsatz gegen das Vergessen. Zugleich macht er deutlich, wie staatliche Versäumnisse und institutioneller Rassismus die Betroffenen zusätzlich belasten.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 06. Dezember 2026, 19.00 Uhr
Der Übersetzer
Nach einer wahren Begebenheit
GR, 2017, R: Pantelis Voulgaris, 113 Min., Spielfilm, FSK16
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Während des Zweiten Weltkriegs im Gefangenenlager von Chaidari im Jahr 1944 wird Dolmetscher Napoleon Soukatzidis (A. Konstantinou) vom deutschen Kommandanten Karl Fischer (A. Hennicke) damit beauftragt, den unmenschlichen Verhören der Gefangenen beizuwohnen, um ihre Aussagen zu übersetzen. Als am 27. April griechische Widerstandskämpfer Generalmajor Franz Krech ermorden, beschließen die Nazis, den Tod zu rächen, indem sie 200 Gefangene exekutieren. Unter den Auserwählten ist auch Napoleon Soukatzidis, dem jedoch ein Ausweg angeboten wird, um der Hinrichtung zu entgehen. Seine Ehre aber lässt dies nicht zu.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Donnerstag, 14. Januar 2027, 19.00 Uhr
Jagd auf Verfassungsfeinde – Der Radikalenerlass und seine Opfer
D., 2021. R.: Hermann G. Abmayr, 45 Min., DE, Doku
Elferclub, Kleine Rittergasse 14-20, 60594 Frankfurt am Main

Am 28. Januar 1972 beschloss die Bundesregierung den sogenannten Radikalenerlass. Was als Schutz vor Extremisten gedacht war, mündete in eine beispiellose Überwachungswelle: Rund 3,5 Millionen Bewerber für den öffentlichen Dienst wurden vom Verfassungsschutz durchleuchtet.
Ob angehende Lehrer, Postboten oder Lokführer – oft reichte das Unterschreiben einer Petition, um im Visier des Staates zu landen. Die Folge waren kafkaeske Verhöre und Tausende zerstörte Lebensläufe durch Berufsverbote, während Altnazis oft unbehelligt blieben.
Die Dokumentation lässt Opfer und Zeitzeugen zu Wort kommen. Ein eindringlicher Film über ein dunkles Kapitel der westdeutschen Nachkriegsgeschichte und den bis heute andauernden Kampf der Betroffenen um Rehabilitation. Hochaktuell und tief bewegend.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 24. Januar 2027, 19.00 Uhr
Das Verschwinden des Josef Mengele
DE/FR, 2025, R.: Kirill Serebrennikow, 129 Min., Spielfilm
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelang es Josef Mengele, dem NS-Arzt, der im Vernichtungslager Auschwitz praktiziert hatte, aus Deutschland zu fliehen. Mit Hilfe von SS-Soldaten und der Unterstützung wohlhabender südamerikanischer Familien ging er nach Argentinien, um unterzutauchen. Von Buenos Aires aus ging er nach Paraguay, mit Aufenthalten im brasilianischen Urwald, und organisierte sein methodisches Verschwinden. So entging der sogenannte Todesengel jeglicher Form von Prozessierung.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Donnerstag, 18. Februar 2027, 19.00 Uhr
BAKUR – NORDEN
TR, 2015, R.: Çayan Demirel & Ertuğrul Mavioğlu, 92 Min., OmdU
Elferclub, Kleine Rittergasse 14-20, 60594 Frankfurt am Main

Was treibt Menschen dazu, ihr normales Leben hinter sich zu lassen und für eine politische Idee in die Berge zu gehen?
„Bakur“ (Kurdisch für „Norden“) ist die erste Dokumentation, für die ein Filmteam direkten Zugang zu den geheimen Lagern der kurdischen Guerillabewegung im Südosten der Türkei erhielt. Der Film zeichnet ein intimes und facettenreiches Porträt der Männer und Frauen im Untergrund. Abseits des Gefechtslärms fängt die Kamera ihren Alltag ein und lässt sie über Freiheit, Gerechtigkeit und das Leben in einer radikalen Gemeinschaft sprechen.
Ein zutiefst kontroverses Werk über Identität, Widerstand und die Suche nach Selbstbestimmung, das unmittelbar vor seiner Premiere in Istanbul vom türkischen Kulturministerium zensiert und verboten wurde.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 28. Februar 2027, 19.00 Uhr
Morgen ist auch noch ein Tag (C’è ancora domani)
Italien, 2023 · 118 Minuten · Regie: Paola Cortellesi
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Delia lebt im Rom der Nachkriegszeit und versucht, sich aus den Zwängen einer patriarchalen Gesellschaft und ihrer gewalttätigen Ehe zu befreien. Als ein geheimnisvoller Brief eintrifft, fasst sie den Mut, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Paola Cortellesis bewegendes Regiedebüt erzählt von weiblicher Selbstbestimmung, Solidarität und dem Kampf gegen patriarchale Unterdrückung – und erinnert daran, dass Freiheit und Gleichberechtigung keine Selbstverständlichkeit sind.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 21. März 2027, 19.00 Uhr
Gerichtsdrama: Der Chicago-Prozess von 1968
USA, ca. 130 Min., deutsche Fassung, Moderner Spielfilm
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Gezeigt wird die Verfilmung des berüchtigten US-Gerichtsprozesses gegen die Mitorganisatoren der Proteste gegen den Vietnamkrieg während des Demokratischen Parteitags 1968. Der Film von 2020 beschäftigt sich dabei mit hochaktuellen Fragen über Demonstrationsrecht, zivilen Ungehorsam und die Einheit demokratischer Kräfte gegen den Krieg. Das Gerichtsdrama zeigt, wie ein beabsichtigter Schauprozess zu einer weltöffentlichen Anklage des Krieges selbst wird.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Donnerstag, 08. April 2027, 19.00 Uhr
NAZA
UK 2026, R.: Yuval Abraham & Rachel Szor, 90 Min., Dokumentarfilm
Elferclub, Kleine Rittergasse 14-20, 60594 Frankfurt am Main

„Naza“ ist das hebräische Militärkürzel für „Kollateralschaden“ – und der Titel einer Dokumentation, die weltweit für Aufsehen sorgt.
Das Regie-Duo hinter dem preisgekrönten Erfolg „No Other Land“ und Oscar-Preisträger Jonathan Glazer präsentieren eine investigative Ausnahmedokumentation in Zusammenarbeit mit dem Guardian. Im Zentrum stehen 24 anonyme Whistleblower aus dem israelischen Militär und Geheimdienst. Ihre Berichte enthüllen, wie künstliche Intelligenz zur automatisierten Zielerfassung im Gazastreifen eingesetzt wird und die Grenze zwischen menschlicher Entscheidung und maschineller Berechnung verschwimmt.
Ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury in Venedig 2026. Ein hochaktueller, zutiefst bewegender Thriller der Realität, der die Mechanismen moderner Kriegsführung radikal offenlegt.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 25. April 2027, 19.00 Uhr
Wo der Himmel aufgeht – Esther Bejarano und Microphone Mafia in Kuba
Kuba,DE, 2018, R.: Tobias Kriele, 45 min., DE/ES OmU
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Esther Bejarano hat dank der Musik Auschwitz überleben können. Mit 92 Jahren verwirklicht die Sängerin einen Traum und gibt mit ihrem Sohn Joram und der Rap-Gruppe Microphone Mafia Konzerte auf Kuba. Dort hört man mit Staunen ihre Lebensgeschichte, und Esther bekommt endlich Antwort auf die Frage, ob das revolutionäre Kuba den Antisemitismus beseitigt hat.
Der Film erzählt in einfühlsamen Bildern von einer Begegnung in Freundschaft. Mitreißende Konzertausschnitte machen die Begeisterung spürbar, die das kubanische Publikum einer einzigartigen Frau entgegenbringt, und ihrem Traum von einer Welt, deren Himmel für alle, die unter ihm leben, gleichermaßen aufgeht.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.