Sonntag, 31. Mai 2026, 19.00 Uhr
Zeit der Verleumder
D, 2021, R.: Dror Dayan & Susann Witt-Stahl, 102 Min., DE/EN + UT, Doku
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Der Film beschäftigt sich mit politischen Debatten über Antisemitismusvorwürfe, Meinungsfreiheit und Kritik an der Politik Israels und welche Folgen dies für politische Auseinandersetzungen hat. Ausgangspunkt ist die Internationale Konferenz in Berlin 2018. Es berichten u.a. Soziologe M. Zuckermann, Schauspieler R. Becker sowie Aktivistin J. Walker von ihren Erfahrungen mit öffentlichen Anschuldigungen und schildern wie Kritik an politischen Entscheidungen – im Zusammenhang mit Israel und Palästina – teilweise als antisemitisch eingeordnet wird. Der Film kombiniert Konferenzaufnahmen mit Interviews und Archivmaterial. Ziel ist es, die Zuschauer:Innen zur kritischen Auseinandersetzung mit Medienberichterstattung, politischer Sprache und gesellschaftlichen Konflikten anzuregen.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 21. Juni 2026, 19.00 Uhr
The Return
Südafrika, 2024, R.: Mark J. Kaplan & Heidi Grunebaum, 96 Min., OmU, Doku
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Der Dokumentarfilm erforscht die Nachwirkungen und verflochtenen Geschichten von Holocaust und Antisemitismus, aber auch von kolonialer Gewalt und Rassismus. Er wirft einen kritischen Blick auf deutsche Erinnerungskämpfe zwischen NS-Verbrechen und rassistischem Terror. Die verflochtene Familienbiografie als Ausgangspunkt reist Heidi Grunebaum, selbst südafrikanische Post-Apartheids Aktivistin, in die deutsche Kleinstadt ihrer Großmutter, einer exilierten Holocaust Überlebenden. Im Gespräch mit Aktivist:Innen und Zeitzeug:Innen ergründet sie Brüche und Zusammenhänge zwischen Ideologien und Strukturen, die Rückkehr von Faschismus und rassistischen Phantasien der heutigen Zeit.
Präsentiert von: Rheinmetall Entwaffnen

Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch mit
Filmemacherin Heidi Grunebaum.
Sonntag, 28. Juni 2026, 19.00 Uhr
Die Möllner Briefe
D, 2025, R.: Martina Priessner, 96 Min., Doku
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

1992 zerstörten rassistische Brandanschläge in Mölln das Leben von Ibrahim und seiner Familie. Der 7-Jährige überlebte das Feuer, verlor aber seine Schwester, Cousine und Großmutter. In der Folgezeit erhielt die Stadt Mölln Hunderte von Solidaritätsbriefen, die lediglich archiviert wurden. 2020 erst wurden diese im Archiv wieder entdeckt und an die Familie weitergeleitet. Verwoben mit İbrahims ergreifender Erinnerungsreise und seinen Begegnungen mit drei Briefschreiberinnen, bilden diese längst vergessenen Botschaften die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Film begleitet Ibrahim sowie die Geschwister und zeichnet ein sensibles Portrait des Traumas. Durch seinen Kampf gegen Rassismus und den Einsatz für die Opfer hat er seinen Weg gefunden den Schmerz zu kanalisieren. Der Bruder kämpft noch mit emotionalen Narben. Der Film gibt den Überlebenden Gehör und erzählt von Solidarität in den Möllner Briefen.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Donnerstag, 09. Juli 2026, 19.00 Uhr
Eyes of the Rainbow – Los ojos del Arcoiris
Cuba, 1997, R.: Gloria Rolando, 45 Min., Dokfilm, engl. mit dt. Untertitel
(durch Verwendung von Videomaterial teilweise eingeschränkte Bildqualität)
Elferclub, Kleine Rittergasse 14-20, 60594 Frankfurt am Main

Die afro-amerikanische Aktivistin Assata Shakur erzählt über ihre Kindheit im Süden der USA, ihr politisches Erwachen während der Bürgerrechtsbewegung der 60er-Jahre, ihr Engagement in schwarzen Befreiungs-bewegungen. Sie spricht über staatliche Repression und Inhaftierung in den USA, über ihre Flucht 1979 aus dem Gefängnis und die solidarische Aufnahme in Cuba. Ihre Erinnerungen verbinden sich mit kulturellen und spirituellen Elementen der afro-kubanischn Tradition, besonders der Yoruba-Gottheit Oya, dem Symbol für Veränderung, Widerstand und weibliche Stärke. Ein Porträt über Exil, Identität und politischen Widerstand sowie über die Verbindung zwischen afro-amerikanischen Kämpfen und afro-kubanischer Kultur. Der Abend ist eine Hommage an die am 25.09.25 in Havanna verstorbene Assata und „alle Frauen, die für eine bessere Welt kämpfen“ (GR).
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Donnerstag, 13. August 2026, 19.00 Uhr
63 years on – 63 Jahre später
Südkorea, 2008, R.: Kim Dong-wo, 60 Min., OmU, Doku
Elferclub, Kleine Rittergasse 14-20, 60594 Frankfurt am Main

„Trostfrauen“ (Ianfu) ist die japanische Bezeichnung von Mädchen und Frauen, die im Asien-Pazifik-Krieg (1937-1945) vom japanischen Militär entführt, interniert und systematisch vergewaltigt wurden, teilweise über Jahre hinweg. Fünf Opfer schildern ihre Erfahrungen als Überlebende der schätzungsweise 200.000 Sexsklavinnen aus 13 verschiedenen Ländern. Misshandelte und vergewaltigte Mädchen und Frauen wurden damals zum Kriegsende z. B. im Dschungel auf einer der südpazifischen Inseln zurückgelassen oder einfach massenhaft getötet und in Gruben verscharrt. Es zeigt nicht nur die Entmenschlichung von Frauen, die der Kolonialismus sowie Militarismus zustande bringen kann, sondern auch wie deren Kampf gegen Verschweigen und Verleugnung nach Jahrzehnten immer noch weitergeht. Zu erinnern heißt „Nie Wieder“!
Präsentiert von Punggyeong Weltkulturen e.V., Frankfurt.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 30. August 2026, 19.00 Uhr
Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
D, 1971, R. Rosa von Praunheim, 67 Min., Spielfilm
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Daniel, ein junger Mann aus der Provinz, kommt nach Berlin und trifft Clemens. Beide erleben die große Liebe, ziehen zusammen und versuchen, die bürgerliche Ehe zu kopieren. Doch nach vier Monaten endet das Glück. Daniel lernt einen älteren, reichen Mann kennen und zieht mit ihm in dessen Villa. Doch bald betrügt ihn sein Freund – für ihn war Daniel nur ein Objekt. Daniel arbeitet nun in einem Homosexuellen-Café, kleidet sich modisch und passt sich schnell den Idealen der Subkultur an. Seine Freizeit verbringt er im Strandbad, nachts in Bars, wo er immer abhängiger von wechselnden sexuellen Abenteuern wird. Bald entdeckt er den Reiz schwuler Parks und Toiletten, erlebt Gewalt gegen ältere Homosexuelle. Schließlich landet er in einer Transvestitenkneipe, wo sich spätnachts alle treffen, die keinen Partner fanden. Dort trifft er Paul, der ihn in eine schwule Wohngemeinschaft mitnimmt. Die Gruppe macht ihm klar, dass er oberflächlich lebt. Seine Aufgabe: sich zum Schwulsein bekennen, Inhalte schaffen jenseits von Mode und Sex. Er soll sich politisch organisieren und über menschliche Formen des Zusammenlebens nachdenken. Praunheims Attacken richten sich nicht gegen fremde Unterdrücker, sondern gegen das eigene Lager. Die missliche Lage der Homosexuellen sei hausgemacht – so die These des Films. Verwirrung, Empörung, Bestürzung im Schwulenlager waren die Folge, aber auch Bewegung, Aktion, Coming-Out und Solidarität.
Präsentiert von: Pride Rebellion

Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Donnerstag, 10. September 2026, 19.00 Uhr
Kein Land für Niemand
D, 2025, R.: Max Ahrens & Maik Lüdemann, 111 Min., Doku
Elferclub, Kleine Rittergasse 14-20, 60594 Frankfurt am Main

Europa zieht die Mauern hoch – mitten in einer humanitären Katastrophe. Die Doku zeigt die Folgen der europäischen Abschottungspolitik und die Rolle der BRD im politischen Paradigmenwechsel. Die deutsche Asyl- und Migrationspolitik entfernt sich von humanitären Grundsätzen und die Lage spitzt sich an den Außengrenzen der EU zu. Eine Rettungsmission im Mittelmeer zeigt die prekären Zustände in Lagern für Geflüchtete und lässt Menschen zu Wort kommen, die den Weg nach Europa überlebt haben. Gleichzeitig prägt der erstarkende Rechtspopulismus den öffentlichen Diskurs, Flucht und Migration werden zunehmend kriminalisiert und selbst humanitäre Hilfe gerät unter Druck. Die BRD gibt dabei häufig den politischen Takt vor – und Europa folgt. Der Film zeigt, wie Angst und Populismus politische Entscheidungen prägen – und stellt die Frage, welche Alternativen es zu einem Europa der Abschottung geben könnte.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 27. September 2026, 19.00 Uhr
Sacco und Vanzetti
Italien/Frankreich, 1971, R.: Giuliano Montaldo, 125 Min., Doku
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Der Film erzählt die wahre Geschichte der italienischen Einwanderer und Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, die Anfang der 1920er Jahre in den USA in einem politisch aufgeladenen Klima angeklagt, verurteilt und hingerichtet wurden. Giuliano Montaldo zeichnet ein eindringliches Porträt von Justizirrtum, Fremdenfeindlichkeit und politischer Repression. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Spannungen und Polarisierungen in den USA erinnert der Film daran, wie zerbrechlich rechtsstaatliche Prinzipien sein können, wenn Angst, Nationalismus und politische Interessen die Oberhand gewinnen.
Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.
Sonntag, 25. Oktober 2026, 19.00 Uhr
Die Reise von Nazim nach Cuba
Türkei, Cuba, 2008, R.: Çağrı Kınıkoğlu, Gloria Rolando, 67 Min., OmeU, Doku
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Nâzım Hikmet, der große Dichter der türkischen Sprache, erhält eine Einladung von seinem kubanischen Freund, Nicolas Guillen. Nâzım, der zu dieser Zeit in der Verwaltung des Weltfriedensrats tätig ist, reist 1961 nach Kuba, um die Errungenschaften und Fortschritte der kubanischen Revolution von 1959 zu beobachten. Seine Beobachtungen inspirieren ihn zu seinen Gedichten „Havanna Röportajı (Bericht in Havanna)“ und „Saman Sarısı (Ein goldener Weizen)“. Eine Reise, der in biografischen Werken nicht viel Bedeutung beigemessen wird. Es ist eine Geschichte über den tiefen Einfluss, der zwischen Nâzım, der kubanischen Revolution und kubanischen Künstlern und Intellektuellen bestand, und auch eine Erzählung über eine starke, freundschaftliche und aufrichtige Umarmung.
Präsentiert von: SDS Frankfurt

Der Eintritt ist frei. Mit Einleitung und anschließendem Filmgespräch.